Montag, 6. September 2010

Vollständig erhaltenes Römer-Skelett in Köln entdeckt

15. Mai 2009

Dass man in Köln einfach nur einen Spaten in die Erde stecken muss, um etwas Römisches zu entdecken, hat sich mal wieder bewahrheitet. Diesmal gelang ein Fund bei einem Neubau am Severinswall. Beim Severinswall handelt es sich um eine der ältesten Kölner Straßen, die genau an einem 3km langen römischen Gräberfeld vorbei führt. Der Boden ist dort besonders lehmhaltig und kalkhaltig.

Das Gräberfeld zog sich zu römischer Zeit von der Hohe Pforte bis zur Cäsarstrasse. Mehrere 10.000 Menschen wurden hier über die Jahrhunderte weg beerdigt. Der Severinswall liegt genau außerhalb der ehemaligen Stadtgrenze. Genau am Severinswall in besagtem Gräberfeld ist nun das komplett erhaltene Skelett eines Römers bei Bauarbeiten entdeckt worden.


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Ersten Schätzungen zu Folge stammt das Skelett aus dem Jahr 300 nach Christus, ist also 1700 Jahre alt. Bei dem Skelett handelt es sich um einen wahren Riesen: Ersten Vermessungen zu Folge muss der Römer 1,90m groß gewesen sein – die Durchschnittsgröße der Römer zur damaligen Zeit betrug 1,65m. Er hat die anderen Römer also um wenigstens einen Kopf überragt.

Dieses komplett ist komplett erhalten, allerdings könnte sich die Bergung als schwer erweisen, da eine Hälfte des Römers unterhalb des Nachbarhauses liegt. Aufgrund der Statik dieses Gebäudes ist eine Bergung des Skeletts unwahrscheinlich. Außer diesem Skelett konnten noch 25 weitere Tote gefunden werden, die aber allesamt nicht vollständig erhalten waren.

Das Interessanteste an diesem Skelett ist allerdings nicht, das es so gut erhalten ist, sondern der Fundort selbst. Die Stelle liegt ca. 250m entfernt vom „Früh im Veedel”. Hier wurde in den 60er-Jahren das Grabmal des Legions-Veteranen Poblicius (40 nach Christus) entdeckt. Dieses wird inzwischen im Römisch Germanischen Museum ausgestellt.

Interessant ist dies deshalb, da auf römischen Friedhöfen durchaus eine Rangordnung herrschte: je näher man am Zugang oder, wie in unserem Fall, einer Ausfall-Straße lag, desto wichtiger war die Person im Leben. Insofern gehörte das Skelett keiner unbedeutenden Person. Die Hoffnung Grabbeigaben zu finden wurde übrigens schnell zu den Akten gelegt: Scheinbar waren hier römische Grabräuber am Werk. Lediglich eine Gürtelschnalle ist gefunden worden.

Das geborgene Skelett ist der Kölner Forensik zu weiteren Untersuchungen übergeben worden.

Eine Antwort auf “Vollständig erhaltenes Römer-Skelett in Köln entdeckt”
  1. P.A.Meijlink kommentierte diesen Beitrag mit:

    Dear Sir/Madam,
    After reading about the well preserved roman skeleton, I wonder which Y Haplogroup the “Kölner Forensik” has found in the bones or teeth.
    Sincerely,
    P.A.Meijlink,Holland





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